Vegane Hunde und Katzen – geht das?!!

An alle Wauwau-Besitzer, die gleichzeitig auch Kühe lieb haben!

| 13. Juni 2013 | 1 Kommentar
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Flo, der kleine Zwergpinscher, lebte früher nur von Leberwurst. Heute ist er 99-prozentiger Veganer und Prasadam-Kostler, Tendenz 100 Prozent! Es ist wissenschaftlich längst belegt, dass man Hunde auch exklusiv vegan füttern kann, ohne dass es zu gesundheitlichen Defiziten kommen muss. AUTOR: Markus Herzenston

Schon sehr oft habe ich miterlebt, wie weit die Meinungen von Vegetariern und Veganern zum Thema Hunde- und Katzenernährung auseinandergehen. Ich weiß nicht, wie viele dieser Diskussionen ich bereits mitgemacht habe, aber schnell konnte man erkennen, dass die Gegner einer veganen Ernährung für Hund und Katz fast die gleichen Argumente nutzten, die Fleischesser nutzen, um ihren Fleischkonsum zu rechtfertigen.

Da vieler dieser Diskussionen auf Plattformen wie Facebook abgehalten werden, ist es meistens leider nicht möglich, sachlich und vor allem ausführlich zu diskutieren. Oftmals werden Gegenargumente oder Kommentare gar nicht richtig gelesen, oder aber völlig missverstanden. Ich möchte deshalb die wichtigsten Punkte hiermit noch einmal systematisch zusammenfassen.

Als erstes sei zu sagen, dass Menschen, die ihre Haustiere vegan ernähren möchten, ihrem Tier damit nicht ihren eigenen Glauben oder ihre Moralvorstellung aufzwingen. Ich für meinen Teil finde es nicht schlimm, wenn ein Tier ein anderes Tier frisst, allerdings möchte ich nicht derjenige sein, der dieses Tier tötet, oder es töten lässt, sein Fleisch kauft oder es zubereitet. Die Veden lehren uns nämlich, dass nicht nur der Mensch, der Fleisch isst, schlechtes Karma bekommt, sondern auch Menschen, die sich in irgendeiner Form am Töten beteiligen. Aber selbst ohne dieses Wissen möchte ich mit meinem Kauf die Fleischindustrie nicht unterstützen oder auch nur eine Nachfrage erzeugen. Also war es für mich und für meine Frau ganz klar, dass wir unseren Hund vegan ernähren wollten.

Unser Hund Flo, ein kleiner Zwergpinscher, kam vor etwa anderthalb Jahren aus dem Tierheim zu uns. Aufgrund schlechter Haltung mussten dem Kleinen alle Zähne gezogen werden und die Mitarbeiter schätzten ihn auf etwa 8 Jahre, was schon ein stolzes Alter für einen Hund ist. Interessant an Flo war, dass er nur Leberwurst fressen wollte. Die Mitarbeiter des Tierheims meinten, sie hätten ihm bereits alle möglichen Sorten Hundefutter püriert vorgesetzt, doch er fraß konsequent nur Leberwurst — auch wenn man ihn einen ganzen Tag lang hungern ließ.

Dies ist ein interessantes Beispiel dafür, dass Hunde eben nicht verrückt nach Fleisch sind, denn Fleisch war ja bereits in all den Sorten Hundefutter reichlich enthalten gewesen. Es lag schlichtweg an der Gewohnheit, denn offensichtlich war Flo einen Großteil seines Lebens mit Leberwurst gefüttert worden.

Wir nahmen Flo also mit nach Hause und versuchten nun das gleiche wie die Tierheim-Mitarbeiter — nur eben diesmal mit veganen Futtersorten. Aber auch wir blieben zunächst erfolglos. Erst nach einigen Tierarztbesuchen, bei denen festgestellt wurde, dass Flo ein Medikament für seine Niere braucht, und nachdem er sich bei uns eingelebt hatte, zeigte er plötzlich Interesse an veganem Futter, wenn man es mit etwas Leberwurst vermischte. Nach und nach reduzierten wir den Leberwurstanteil in seinem Futter und sind, während ich diesen Artikel schreibe, kurz davor die Umstellung auf rein veganes Futter erfolgreich zu beenden.

Wie man also an diesem Beispiel erkennen kann, sind Hunde (und auch Katzen) genauso „Gewohnheitstiere“ wie wir Menschen. Schließlich sind die meisten Veganer und Vegetarier auch nicht von heute auf morgen auf fleischlose Ernährung umgestiegen.

Nachdem wir also auf diese Weise feststellen konnten, dass selbst unter schwierigen Bedingungen eine Umstellung der Ernährung möglich ist, will ich nun auf die häufigsten Argumente der Gegner einer veganen Hunde- bzw. Katzenernährung eingehen.

 

Vermenschlichung

Dies ist eines der häufigsten Argumente, die man zu hören bekommt, das heißt, man dürfe seinen Hund nicht mit einem Menschen verwechseln und ihm deshalb auch nicht die Nahrung eines Menschen anbieten. Gekonnt klammern diese Leute die Tatsache aus, dass eine Vermenschlichung bereits anfängt, wenn man einen Hund bei sich zuhause wohnen lässt, ihm eine Decke oder ein Körbchen kauft, ihm einen Namen gibt und ihn auf eine Art und Weise erzieht, damit er sich so verhält, wie die Menschen es wollen. Gerne wird im gleichen Atemzug auch erwähnt, dass man dem Tier nicht seine Ernährung aufzwingen soll. Aber egal welches Futter ich meinem Tier gebe, ich zwinge ihn immer genau dieses Futter zu essen, nämlich, welches ich für gut erachte und welches er in seinem Fressnapf vorfindet.

 

Unnatürlich

Aussagen wie „Einen Fleischfresser vegan zu ernähren ist unnatürlich!“ oder „Das liegt nicht in der Natur eines Hundes oder einer Katze!“ folgen fast genauso häufig. Dass es für einen Hund oder eine Katze genauso unnatürlich ist, Rind oder Schwein zu fressen, fällt dabei völlig unter den Tisch. Ganz abgesehen davon sind Hunde Omnivoren, also Allesfresser, und nur Katzen können noch als Karnivoren, also Fleischfresser, betrachtet werden. Viele Menschen, die das Argument der „Natürlichkeit“ vertreten, tendieren auch zum „barfen“, das heißt, sie verfüttern nur rohes Fleisch an ihre Tiere. Trotzdem müssen sie Nahrungsergänzungsmittel hinzugeben, denn nur von Fleisch alleine kann weder Hund noch Katz gesund ernährt werden. Somit ist dieses Argument ebenfalls widerlegt.

 

Gesundheit

Viele Menschen denken, eine vegane Hundeernährung bedeute, man würde den Fressnapf nur mit Gras und Löwenzahn füllen. Besonders schlimm finde ich es, wenn ausgerechnet Vegetarier und Veganer dieses alte Klischee von veganer/vegetarischer Ernährung vertreten, mit welchem sie doch so oft von Seiten der Fleischesser behelligt wurden („Was kannst du denn überhaupt noch essen?!“). Nun übertragen sie das selbe Klischee auf die vegane Tierernährung!

Eine solche Argumentation ist völlig haltlos, denn es gibt mittlerweile viele Sorten veganes Futter für Hunde und Katzen, die zusammen mit Tierärzten entworfen wurden und alle wichtigen Nährstoffe und Enzyme enthalten, die das Tier braucht. Eine Mangelernährung ist also quasi unmöglich und viele Studien haben bereits gezeigt, dass sich eine vegane Ernährung nicht negativ auswirkt. Denn man darf nicht vergessen, dass die Tiere nicht das Fleisch an sich brauchen, sondern nur die Stoffe, die darin enthalten; und wie bereits erwähnt, ist auch eine Ernährung, die ausschließlich auf Fleisch basiert, nicht gesund.

Ich hoffe dass sich viele Menschen davon überzeugen lassen, dass die Umstellung auf veganes Tierfutter zwar etwas zeitintensiv sein kann, aber auf jeden Fall möglich und frei von gesundheitlichen Risiken ist. Es lohnt sich also allemal! Generell gilt, je jünger dass Tier, desto leichter die Umstellung. Manchmal muss man den Kleinen einfach genug Zeit geben, gerade wenn sie aus dem Heim kommen und vielleicht gerade viel Leid durchgemacht haben. ◊

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Familie Herzenston aus Dortmund

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Wer Markus persönlich zu diesem Thema anschreiben möchte, hier ist seine hier ist seine E-Mail-Adresse

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Studie über den Gesundheitszustand vegetarisch ernährter Hunde auf der PETA-Website

Diese Studie aus dem Jahr 2006 befasst sich mit dem Gesundheitszustand vegetarisch ernährter Hunde. Die Ergebnisse interessieren vor allem Menschen, die vegan leben und auch bei Ihrem vierbeinigen Freund diese Ernährungsweise anstreben.

Zur Studie

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ACHTUNG: Gour-Ni-Times zu Gast in Berlin !!!

Am kommenden Sonntag, den 16. Juni 2013!

Shivatma Dasa & Paramshreya sind zu Gast im Tian Gong Institut Berlin (Veranstalter: ISKCON-Berlin e.V.) und singen Bhajans und halten einen Vortrga zum Thema:

Politisch aktiv sein & Krishna-bewusst sein – passt das zusammen?

Mehr Infos

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

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